Bauinnova Award 2012

2012-11-05
Monday

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Die faltbare Notunterkunft überzeugt die Jury

Bauinnova Award 2012 würdigt Konzepte für temporäre Bauten in Katastrophengebieten

Wie kann eine Unterkunft aussehen, die von Erdbeben, Hochwasser, Dürre oder kriegerischen Auseinandersetzungen betroffenen Menschen schnell und effizient Schutz bietet? Mit dieser Frage haben sich die Teilnehmer des Temporary Building Award 2012 „Bauinnova“ beschäftigt, der im Rahmen der ersten Fachmesse für Ingenieurbau und Bauwerksinstandsetzung econstra erstmals überreicht wurde und unter der Schirmherrschaft der Ingenieurkammer Baden-Württemberg stand. Als Thema hatten die Auslobenden, das von Dipl.-Ing. (FH) Daniel Mesfun gegründete professionelle Netzwerk ingFinder sowie die econstra, das Thema „Bauen in Katastrophengebieten“ ausgegeben. Die Beurteilungs-Kriterien waren: einfache Montage, gute Transportmöglichkeit, Nachhaltigkeit, gestalterischer Bezug zur kulturellen Umwelt und Berücksichtigung der klimatischen Rahmenbedingungen.

Teilnahmeberechtigt waren unter anderem Absolventen und Studierende der Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen und Produktdesign, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Produkthersteller. Die Jury setzte sich aus den Diplom-Ingenieuren Detlef Knöller (Lüftungstechnik Baden GmbH), Andreas Bewer (Bewer Ingenieure), Gerhard Freier (Ingenieurkammer Baden-Württemberg) und Bernhard Sandmann (Verband Beratender Ingenieure) sowie Unternehmer Werner Glück (Glück GmbH) zusammen. Die Moderation übernahm Prof. Dipl.-Ing. Jürgen Lecour, Architekt, von ingFinder.

Den Bauinnova Award 2012 sprach die Jury Daniel Nikol – Integriertes Produktdesign/HS Coburg zu. Begründung: Seine binnen kurzer Zeit aufbaubare, faltbare Notunterkunft :nter:m aus witterungsbeständigen PP-Hohlkammerstegplatten entspreche weitgehend den Kriterien der Auslobung. Die Pluspunkte: geringes Transportgewicht und Volumen sowie einfacher Aufbau, für den spezielle Kenntnisse nicht erforderlich sind. Überdies ist das Material mehrfach verwendbar.
Das System eignet sich für Regionen, in denen noch keine Infrastruktur für die Versorgung mit Strom und Wasser vorhanden ist.
Die Notunterkunft hat eine Grundfläche von 15 Quadratmetern und bietet bis zu fünf Personen Platz. Aufgrund wieder lösbarer Verbindungen ist ein mehrmaliges Auf- und Abbauen möglich. Das vollständig recyclebare Material hat zudem wärmedammende Eigenschaften.
Prämiert wurde das Konzept mit einem Softwarepaket der Firma Graphisoft sowie 500 Euro, bereitgestellt von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg und der econstra.

Mit dem zweiten Platz wurden gleich zwei Konzepte gewürdigt: Das des Vereins instant-home-foundation, bei der Preisverleihung vertreten durch Dr.-Ing. Frank Prochiner, Dipl.-Ing. David Pichler und Dipl.-Ing. Ralf Kandlbinder, sowie der Entwurf „Shells for Shelter“ des Instituts Professur Tragwerkslehre mit Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ruth, Dipl.-Ing. Jana Philipp und Dipl.-Ing. Christian Heidenreich.

Von der instant-home-foundation stammt der Entwurf eines aus wenigen Teilen bestehenden Baukasten-Systems, das ohne den Einsatz von Maschinen errichtet werden kann. Einzelne Module mit elektrischen Anschlussleitungen werden mit Kunststoff-Verbindern werkzeuglos ineinander geschoben.

Die Tragkonstruktion „Shells for Shelter“ besteht aus bogenförmigen, zusammensteckbaren Grundelementen aus Holz, die je nach verfügbaren Ressourcen mit unterschiedlichen Dachhautmaterialien versehen werden können.
Die Zweitplatzierten erhielten Softwarepakete von Corel.

Die Überreichung des Bauinnova Award 2012 übernahm die Botschafterin von Burkina Faso, Marie Odile Bonkoungou. Sie gratulierte den Ausgezeichneten und betonte die Notwendigkeit der Schaffung entsprechender Notunterkünfte in Katastrophengebieten. Darüber hinaus würdigte sie ausdrücklich die Vergabe des Preises und dankte den Initiatoren.
Der Bauinnova Award soll auch im kommenden Jahr verliehen werden. Nähere Informationen gibt es unter www.ingfinder.com.

Text: Daniela Fleischhauer
Fotos: ingFinder

www.ingfinder.com

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