Die Trinkwasserverordnung hilft uns dabe die Qualität unseres Wassers zu gewährleisten

2012-12-17
Monday

Am 12. Oktober 2012 wurde vom Bundesrat die zweite Veränderung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) beschlossen und am 13. Dezember 2012 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie hat im Wesentlichen zu mehr Praxisnähe und Entbürokratisierung verholfen. Vor Allem die Untersuchung von so genannten Großanlagen auf Legionellen ist vereinfacht worden, denn bei einer Nichtüberschreitung des Maßnahmenwertes von 100 KBE/100ml gilt jetzt beispielsweise eine 3-Jahres-Frist. Lediglich bei öffentlichen Gebäuden, wie Krankenhäuser und Altersheime, bleibt zwingend das jährliche Intervall bestehen. Außerdem ist entsprechend geschultes Fachpersonal als Ansprechpartner der Gebäudewirtschaft anerkannt, und nicht mehr automatisch das Gesundheitsamt. Dies liegt daran, dass Maßnahmen bei befallenen Objekten nicht mehr nach Ermessen des Amtes vorgeschlagen werden können, sondern klar in der Gesetzgebung verankert wurden. Als Basis dafür gelten die Tabellen 1a und 1b im DVGW-Arbeitsblatt W551.
In der Ersten Novellierung der TrinkwV vom 01.Nov.2011 wurden klare Untersuchungs- und Anzeigepflichten hinsichtlich der Legionellen eingeführt und die Rechte und Pflichten bezüglich der Betreiber solcher Anlagen präziser zugeordnet. Das erklärte Ziel dahinter war der Erhalt der Trinkwassergüte im Sinne des Verbrauchers. Die Vielzahl der nun zu untersuchenden Anlagen führte jedoch zu einer Überforderung der Gesundheitsämter und der Wohnungswirtschaft, denn die über 2 Millionen Objekte in Deutschland die zur jährlichen Überprüfung verpflichtet sind waren, realistisch bis zum 31.Okt.2012 nicht zu stemmen. Aus diesem Grund wurde der Termin für die Erstuntersuchung auf den 31.12.2013 rückwirkend verschoben.
Die Anzeigepflicht
Durch die erneute Novellierung der TrinkwV ist unter anderem dieses Problem jetzt beseitigt, denn es müssen in Zukunft nur noch gewerbliche Großanlagen mit überschrittenem Maßnahmenwert angezeigt werden. Unter „gewerblichen“ Trinkwasser Anlagen sind solche zu verstehen, in denen regelmäßig auf selbständiger Basis und aus Gewinnerzielungsabsicht Wasser an Dritte abgegeben wird. Die Definition „Großanlage“ trifft dann zu, wenn ein Speicher mit mehr als 400l vorhanden ist, bei kleinerem Speicher mehr als 3l Rohrleitungsvolumen verbaut sind und wenn Wasser vernebelt wird, z.B. in Duschen. Ein- und Zweifamilienhäuser werden unabhängig von der Nutzungsart immer als Kleinanlage betrachtet und müssen daher nicht Untersucht werden.
Unterschiedliche Beprobungsintervalle
Bei den Beprobungsintervallen auf Legionellen sind nach der novellierten TrinkwV drei Typen von Trinkwasser-Anlagen zu unterscheiden.
• Trinkwasseranlagen in gewerblich genutzten Objekten
• Trinkwasseranlagen in öffentlichen Gebäuden „mit Patienten mit höherem Risiko auf Krankenhausinfektionen“.
• Trinkwasseranlagen in öffentlichen Gebäuden „ohne Patienten mit höherem Risiko für Krankenhausinfektionen“.
Bei gewerblichen Objekten ist alle 3 Jahre zu untersuchen, es sei denn es liegt ein positiver Befund vor, der wiederum ein für die Dauer von 3 Jahren jährliches Intervall abverlangt. Bestehen bleibt die jährliche Untersuchung für öffentliche Objekte, wobei weniger risikobehaftete Einrichtungen vom zuständigen Gesundheitsamt auf ein 3-Jahres-Intervall ausgedehnt werden dürfen, wenn die jährliche Probung 3 Mal ohne Auffälligkeiten war und die Installationen den „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ entspricht.
Betreiber in der Pflicht
Fällt bei den Untersuchungen etwas auf, dann ist der Betreiber der Trinkwasserinstallation „unverzüglich“ in der Pflicht, „ohne das es eine Anordnung des Gesundheitsamtes bedarf“ folgendes zu unternehmen:
• Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchführen zu lassen, die zwangsläufig eine Ortsbesichtigung, welche die Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik einschließt, und eine weitergehende Untersuchung, zur Bestimmung des Bakterienherdes, beinhaltet.
• Eine Gefährdungsanalyse durch fundiertes, geschultes Fachpersonal durchführen zu lassen.
• Die Maßnahmen durchzuführen, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher erforderlich sind.
Außerdem muss der Betreiber dem Gesundheitsamt unverzüglich die von ihm ergriffenen Maßnahmen mitteilen. Auch die betroffenen Verbraucher der Trinkwasserinstallation sind zu informieren.
Das Gesundheitsamt wird nur noch bei Nichtbeachtung der Pflichten tätig, darf dann aber ersatzweise Maßnahmen auch direkt anordnen und kann bereits eine unterlassene Information über die ergriffenen Maßnahmen als Ordnungswidrigkeit ahnden.
Autor Herr Seger Firma WSF

www.wsf-gbr.de

Zurück